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Aus Kapazitäts- und Kostengründen habe ich Infos zu einigen Themen ausgelagert. Folgen Sie bei Bedarf einfach der Verlinkung zu meinen anderen Internetseiten!
Zum Thema "Offener Unterricht"
http://sites.google.com/site/fallbeispieleoderwas/home/offener-unterricht
Zum Thema "Umgang mit Disziplinschwierigkeiten"
http://sites.google.com/site/schulschwierigkeitenundfaelle/home/praxisprobleme-des-monats/texte-und-materialien-zum-thema-disziplin
Zum Thema "Klassenführung" findet sich an der Universität Braunschweig eine informative Präsentation von Virginia Penrose, die Teile unseres Buches verwendet
http://www.tu-braunschweig.de/Medien-DB/ifdn-sach/kontrolle.pdf
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Auf dieser Seite bieten wir Ihnen in unregelmäßigen Abständen wertvolle Informationen.
Im Herbst können Sie hier weitere hilfreiche Texte und Materialien zu den Themen der Haupseite finden.
Eberhard Schwenk
Kreativitätstraining
1. Vorbemerkungen
Wenn von Kreativität die Rede ist, denkt man zumeist sofort an die Kunst. Kreativität kommt aber auch in anderen Lebensbereichen vor. Zudem ist der Gedanke, etwas Neues hervorzubringen, gerade in Zeiten wirtschaftlicher und politischer Schwierigkeiten anregend und ermunternd. Das Kreativitätspotential der Bevölkerung wird zur wichtigen Voraussetzung für die weitere kulturelle, politische und wirtschaftliche Ausgestaltung unserer Gesellschaft. Kreativität zu fördern ist deshalb eine vordringliche Aufgabe sowohl der Familien als auch der gesellschaftlichen Bildungseinrichtungen. Kreativität zu entfalten und zu nutzen liegt zwar auch in der Verantwortung jedes einzelnen, es erfordert aber vor allem eine konstruktive Auseinandersetzung mit den in der Gesellschaft verankerten Rahmenbedingungen, die kreativem Handeln oftmals sehr entgegen stehen und zu enge Grenzen setzen. Im Rahmen einer Veranstaltung entwickelten die Teilnehmer zunächst verschiedene Arbeitsdefinitionen für den Begriff Kreativität auf der Basis ihrer subjektiven Theorie und ihrer individuellen Erfahrung durch eigenes Erleben kreativer Prozesse. Ein Definitionsbeispiel: Kreativität meint die fantasievolle Nutzung von Freiräumen und Impulsen zur Lösung von Problemen und Aufgaben, bei der unkonventionell und spontan Gedanken und Ideen entwickelt und umgesetzt werden. . Anschließend wurden in einer Bestandsaufnahme der aktuellen Schulsituation solche Faktoren ermittelt, die Kreativität fördern und andere, die Kreativität verhindern. Daraus entwickelte sich die folgende These: Es gibt durchaus Ansätze einer Kreativitätsförderung an einzelnen Schulen, in einzelnen Fächern und bei einzelnen Lehrern. Die Institution Schule wirkt insgesamt jedoch eher kreativitätshemmend.
Danach wurden den Teilnehmern die Verfahren, Methoden oder Techniken vorgestellt, die uns die Kreativitätsforschung zur Förderung von Kreativität anbietet.
2. Kreativität, eine unterdrückte Schlüsselqualifikation
Der Einfluss der Schule auf die Kreativität wird in der einschlägigen Fachliteratur durchweg als ungünstig bewertet. Schulische Anforderungen sind überwiegend zu einseitig auf Rationalität, Logik und Leistung ausgerichtet (vgl. HUHN). TORRANCE nimmt an, dass die Auswahl von Begabten nach herkömmlichen Intelligenztests zum Ausschluss von 70% der Kreativen führt (vgl. TORRANCE). Im Endeffekt erlaubt sich unsere Gesellschaft dadurch den Verzicht auf ein riesiges, brachliegendes Kreativpotential. Korrelationen zwischen IQ und Kreativität sind nicht nachweisbar, d.h. wer hochintelligent ist, muss nicht zwingend auch hoch kreativ sein und genauso umgekehrt. Intelligenz stellt für die Kreativität nur einen in gewissem Maße notwendigen Faktor dar.
Als Ursachen der Vernachlässigung und Verhinderung von Kreativität in Schule und Unterricht können gelten (HAUPT, S. 14):
- die nach logischen Kriterien ausgerichtete enge Verbundenheit von Lehrerimpuls und Schülerreaktion
- der feste Lehrplan und das Erfordernis der Stoffbewältigung
- die Favorisierung des Lernens von reproduzierbarem Wissen
- der Zeit- und Leistungsdruck
- das uniforme Leistungsbild
- die Tatsache, dass kreative Initiativen per definftionem nicht dem bestehenden aktuellen Erwartungshorizont entsprechen können, damit oftmals als störend empfunden und dementsprechend mehr oder weniger negativ sanktioniert werden
- der Konformitätsdruck innerhalb der einzelnen Gruppen, der sich zum einen als entwicklungspsychologisch bedingt, zum anderen aber auch als institutionell erzeugt oder gefördert darstellt
- die ständige und unmittelbare Bewertung
- das rigide Bewertungssystem
- die Notwendigkeit von Zensuren
- die Suche nach Sicherheit.
Die aufgezählten Gründe lassen zu dem Schluss gelangen, dass das in einem Menschen angelegte kreative Potential in der Schule unter den derzeitigen Umständen nicht ausreichend gefördert wird, geschweige denn zur vollen Entfaltung kommt.
3. Methoden
Das Prinzip der Assoziation ist das hervorstechendste Merkmal aller Kreativmethoden. Durch die freie Assoziation und die unterschiedlichen Denkmuster von Schülern entstehen oft kreative Lösungsideen für ein Problem oder zu einer Problemfrage. Diesem Prinzip werden folgende Methoden zugeordnet:
Brainstorming:
Brainstorming heißt das kommentarlose Sammeln von spontanen Assoziationen und Einfällen zu einem Thema, Begriff oder einem Problem. Es ist die Grundlage einer ganzen Reihe von Kreativmethoden und unterliegt einer strengen Regelung des Ablaufs. + Zeitvorgabe: 15 bis 20 Minuten + Ideen werden kurz und knapp benannt + keine Bewertung und Kritik + alle Beiträge werden visualisiert Schülern fällt die Einhaltung dieser Regeln leicht, wohingegen Erwachsene und insbesondere Lehrer sich damit doch recht schwer tun.
Brainwriting:
Im Gegensatz zum Brainstorming schreiben die Schüler bei dieser Methode alle ihre Ideen selbst auf. Sie macht sich die Erkenntnis zunutze, dass Stress die Kreativität fördert. Dies kommt besonders bei der Methode 6 – 3 – 5 zum Tragen, denn dabei sind die Schüler in enge Spielregeln und Spielbedingungen eingebettet. + 6 Schüler schreiben in 3 vorgegebene Problemlösungsfelder je eine Idee, wozu sie 5 Minuten Zeit haben.
Eine Weiterentwicklung oder Variante des Brainstormings ist die Methode der Zukunftswerkstatt, die immer häufiger in der Lehrerfortbildung und bei pädagogischen Tagen zum Einsatz kommt (s. SCHWENK, a)
Alle aufgeführten Kreativmethoden sind wichtige und unersetzliche Elemente der Moderationstechnik, die insgesamt eine zunehmend größere Rolle in Schule und Unterricht spielt.
4. Techniken
Moderation und Krativmethoden sind heute ohne die nachfolgenden Kreativtechniken (dabei handelt es sich um Aufzeichnungstechniken) nicht mehr denkbar.
Clustering:
Das Bündeln von Assoziationen, Aussagen oder zusammengehörigen Begriffen wird als Clustering bezeichnet. Cluster nennt man die Produkte dieses Verfahrens. Sie sind ausgefüllt mit allerlei assoziativen und kreativen Informationen, die sich um ein Kernwort herum in verbundenen oder unverbundenen Ovalen gruppieren (s.SCHWENK, b).
Mindmapping:
Die Mind-Map-Methode (Mindmapping) ist eine kreative Aufzeichnungstechnik, bei der um ein Zentrum (Kernwort, Problem oder Thema) herum auf sich verzweigenden Linien alle Ideen, Ursachen oder Fakten mit Schlüsselbegriffen notiert werden (s. SCHWENK, b).
5. Übungen
Die folgende Zusammenstellung von Kreativitätsübungen zeigt nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Spektrum dieser Übungsmöglichkeiten.
Reizwort – Übung
Die Schüler bilden zu ausgesuchten Reizwörtern Assoziationen oder Ideenketten, die ihnen einfallen. Je ausgefallener diese sind, um so spaßiger und interessanter wird die Übung.
Zeitrahmen: zwischen 5 und 10 Minuten Beispiele für Reizwörter: Computer – Borussia – Taschengeld – Intelligenz – Pizza – Lehrer Durchführung: Einzelarbeit und Zusammentragen der Ergebnisse in der Gruppe oder Arbeit mit der Klasse, wobei die Ideen nach Zuruf auf einem Plakat festgehalten werden.
Kaffeetasse
Die Schüler sitzen im Kreis und werden aufgefordert sich Verwendungsmöglichkeiten für einen vorgegebenen Gegenstand zu überlegen. Die Ideen müssen lediglich außerhalb der eigentlichen Bestimmung des Gegenstandes liegen.
Zeitrahmen: zwischen 15 und 20 Minuten Beispiele für Gegenstände: Holzstück – Flasche – Ziegelstein – Aktenklammer – Metermaß Durchführung: Entweder mit der Klasse auf Zuruf oder in Einzelarbeit. Alle Ideen sollen aufgeschrieben werden. Wörter finden
Aus den Buchstaben eines vorgegebenen Wortes bilden die Schüler möglichst viele neue Wörter. Es dürfen nur die vorgegebenen Buchstaben verwendet werden!
Zeitrahmen: 5 Minuten Wortbeispiele: BLUTKREISLAUF – BAUERNHOF – ALPENVORLAND Durchführung: In Einzel- oder Partnerarbeit werden alle gefundenen Wörter in Großbuchstaben notiert.
Buchstabensalat
Bei dieser Übung sollen die Schüler ihr angesammeltes Wissen einbringen, indem sie aus den Buchstaben und Buchstabenkombinationen, die der Lehrer vorgibt, alle möglichen Wörter bilden.
Zeitrahmen: 15 bis 20 Minuten Beispiel: --- Durchführung: Einzel- oder Partnerarbeit. Es empfiehlt sich die Schreibung in Groß- buchstaben. Nach der Übung werden die gefundenen Wörter vorgestellt.
Drudeln
Beim Drudeln zeichnen die Schüler einfache, beliebige Figuren und Formen auf Papier. Diese Zeichnungen müssen zunächst keine inhaltliche Bedeutung besitzen.
Zeitrahmen: 15 bis 20 Minuten Drudelbeispiele: Ein Mexikaner auf dem Fahrrad – eine Schlange, die einen Elefanten gefressen hat – eine Giraffe vor dem Fenster Durchführung: Einzel- oder Partnerarbeit. Anschließend werden die Drudels in die Mitte gelegt und die Klasse überlegt sich gemeinsam deren Bedeutung.
Sätze erfinden
Beim Sätze erfinden bilden die Schüler einen Kreis und ein Schüler beginnt mit einem Wort. Reihum fügen die Schüler immer ein Wort hinzu, solange bis einer den Satz mit einem ‚Punkt‘ beendet.
Zeitrahmen: 10 bis 15 Minuten Beispiele: --- Durchführung: Der Lehrer/Spielleiter sollte die Sätze mitschreiben, falls einmal der Überblick verlorengeht,
Gruppengeschichte erfinden
Ein Schüler erfindet den ersten Satz einer Geschichte, die ungewöhnlich und lustig sein darf. Der rechte Nachbar setzt die Geschichte mit einem zweiten Satz fort usw.
Zeitrahmen: 15 bis 20 Minuten Beispiel: --- Durchführung: Entweder im Steh- oder Sitzkreis. Der Spielleiter sollte die Geschichte mitschreiben, damit sie hinterher vorgetragen werden kann.
Gegenstand weiterreichen
Der Lehrer fordert die Schüler auf, sich vorzustellen, in der Mitte des Klassenzimmers läge ein leichter, runder, formbarer Gegenstand. Dieser gedachte Gegenstand wird pantomimisch weitergereicht. Ein Schüler beginnt, indem er den Gegenstand aufnimmt, ihn verformt und an einen Mitschüler weitergibt.
Zeitrahmen: etwa 10 Minuten Durchführung: Übung im Kreis, ohne dass dabei gesprochen wird. Anschließend sollte ein Auswertungsgespräch stattfinden.
Spielschaum
Die Schüler erfinden neue, ausgefallene Wortkombinationen (z.B. Spielschaum). Diese zusammengesetzten Substantive schreiben sie auf kleine Kärtchen. Die Wortkärtchen werden ausgetauscht und nun müssen die Schüler für die jeweiligen Begriffe möglichst originelle Beschreibungen finden.
Zeitrahmen: etwa 15 Minuten Beispiel: Spielschaum – Ein Indikator für Spielqualität als Spray Es wird auf das Spiel gesprüht und gute Spiele beginnen zu duften, schlechte Spiele beginnen zu stinken. Durchführung: Partner- oder Kleingruppenarbeit. In einer abschließenden Runde sollen die Beschreibungen vorgetragen werden.
Alles Zufall
Bei diesem Spiel werden Wortreihen (Adjektive) nach dem Zufallsprinzip nebeneinander gestellt und in beliebiger Anzahl kombiniert. lang grün zerlegbar kurz blau drehbar oval ekelig weich usw. Hier ist ein Ding gesucht, das z.B. lang, grün und zerlegbar ist.
Zeitrahmen: 20 Minuten Beispiel: Was ist blau, rund und schwer? --- die Erde Durchführung: Für eine Steigerung der Schwierigkeit könnte eine vierte Wortreihe sorgen. Es können bei diesem Spiel auch Wortkartenstapel verwendet werden.
Weitere Spielideen und Übungen zur Kreativitätsförderung finden sich in der unten angegebenen Literatur.
Literatur
Haupt, B.: Kreativität. Eine Schlüsselqualifikation für Beruf und Alltag. Stuttgart und Inzigkofen 1990
Huhn, G.: Kreativität und Schule. Risiken derzeitiger Lehrpläne für die freie Entfaltung der Kinder. Berlin 1990
Torrance, E.P., zitiert in Haupt: a.a.O., S. 13
Schwenk, E. a): Bericht über eine Zukunftswerkstatt. Zeitschrift ‚Seminar‘, Rinteln 1995, Heft 4, S.111ff
Schwenk, E. b): Mindmapping – eine unentbehrliche Technik. Zeitschrift ‚Seminar‘, Rinteln 1995, Heft 4, S. 64 ff
Viel Spaß beim Ausprobieren!
Weitere Prüfungstipps
Bedenken Sie bei Ihren Prüfungsvorbereitungen die Übungsgesetze
- "Lernen mit allen Sinnen ist erfolgreicher!"
- Beschränken Sie sich deshalb bei Ihren Prüfungsvorbereitungen nicht nur auf das Lesen und Exzerpieren.
- Nutzen Sie Ihren visuellen Kanal, indem Sie die Inhalte immer wieder verbildlichen oder illustrieren. Das steigert das Verstehen und das Behalten!
- Eine gute Verbildlichung von "Etikettierung" sehen Sie auf dem Lernplakat.
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